, Fritz Christian

5. September 2026 - Kilchberger Schwinget

Drei Baselbieter am Kilchberger Schwinget

Das Kilchberger Schwinget gehört zu den traditionsreichsten und exklusivsten Anlässen im Schwingsport. Nur alle sechs Jahre treffen sich am Zürichsee die 60 besten Schwinger des Landes – und mittendrin standen mit Adrian Odermatt und Lars Voggensperger auch zwei Baselbieter. Bei herrlichem Spätsommerwetter, einer eindrücklichen Kulisse und hochstehendem Schwingsport erlebten die Zuschauer ein Schwingfest, das seinem besonderen Ruf einmal mehr gerecht wurde.

Als Sieger liess sich am Ende Samuel Giger feiern. Der Thurgauer setzte sich gegen die starke Konkurrenz durch und gewann das Kilchberger Schwinget nach 2021 bereits zum zweiten Mal.

Neben Adrian Odermatt und Lars Voggensperger war mit Roland «Roli» Fischer vom Schwingklub Sissach ein dritter Baselbieter am Kilchberger im Einsatz. Fischer gehörte zum kleinen Kreis der aufgebotenen Kampfrichter. Bei lediglich zwei Schwingplätzen und entsprechend wenigen benötigten Unparteiischen darf bereits das Aufgebot für diesen prestigeträchtigen Anlass als besondere Auszeichnung gewertet werden. Mit seiner ruhigen und souveränen Art sorgte Fischer dafür, dass auch bei den ganz Bösen alles mit rechten Dingen zuging.

Starker Auftakt der Baselbieter

Bereits im ersten Gang zeigten beide viel Einsatz und Siegeswillen. Lars Voggensperger war gegen Michael Ledermann dem Sieg mehrmals sehr nahe, musste sich jedoch kurz vor Schluss unglücklich geschlagen geben.

Besser verlief der Auftakt für Adrian Odermatt. In einem spannenden Gang gegen Christian Biäsch behielt der Baselbieter die Oberhand und startete mit einem Sieg in den Wettkampf.

Auch im zweiten Gang warteten hochkarätige Gegner. Voggensperger lieferte sich mit Remo Rutsch eine ausgeglichene Begegnung. Mehrmals schien eine Entscheidung zugunsten des Baselbieters möglich, letztlich endete der Gang gestellt. Odermatt bekam es derweil mit Fabian Staudenmann zu tun und musste sich dem Berner nach mehreren Angriffen geschlagen geben.

Im dritten Gang konnten beide Baselbieter wieder einen Sieg verbuchen. Odermatt bezwang Laurent Tornare und erhielt dafür die Note 9.75. Voggensperger setzte Andy Signer mit einem Kurz unter Druck und vollendete die Arbeit anschliessend am Boden.

Zur Halbzeit lagen die beiden damit ausgezeichnet im Rennen: Odermatt belegte mit 28.00 Punkten den 4. Rang, Voggensperger folgte mit 27.70 Punkten auf Rang 5.

Schwieriger Nachmittag

Nach der Mittagspause wurde die Aufgabe nicht einfacher. Odermatt traf im vierten Gang auf seinen Namensvetter Adrian Walther. Aus Baselbieter Sicht setzte sich dabei leider der «falsche Adrian» durch. Voggensperger bekam mit Fabian Kindlimann einen hartnäckigen Gegner zugeteilt. Beide schenkten sich nichts und trennten sich gestellt.

Auch der fünfte Gang brachte nicht die erhofften Punkte. Voggensperger zeigte gegen Leandro Nägeli eine gute Leistung, musste sich am Ende jedoch mit einem weiteren Gestellten begnügen. Odermatt unterlag This Kolb und musste damit seine dritte Niederlage hinnehmen.

Spektakulärer Schlusspunkt

Im sechsten und letzten Gang mobilisierten die beiden Baselbieter nochmals ihre Kräfte. Odermatt gelang gegen Martin Schönbächler ein spektakulärer Sieg mit der Höchstnote 10.00 und damit ein versöhnlicher Abschluss seines Kilchberger Schwingets.

Voggensperger traf zum Abschluss auf Silvan Appert. Auch in diesem Gang fand keiner der beiden die entscheidende Lösung, womit Voggensperger den Tag mit einem weiteren Gestellten beendete.

Mit dem Kilchberger Schwinget geht für die Baselbieter Aktivschwinger eine lange und intensive Schwingsaison 2026 weitgehend zu Ende. Zwar stehen in den kommenden Wochen noch einzelne kleinere Schwingfeste auf dem Programm, die grossen Höhepunkte der Saison sind jedoch Geschichte. Für die Schwinger beginnt damit schon bald die Zeit der Erholung, ehe nach der Winterpause die Vorbereitung auf die neue Saison wieder Fahrt aufnimmt.